Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich die Bautätigkeit in Ost- und Westdeutschland sehr ungleich. Nach der Wiedervereinigung sanken die Bevölkerungszahlen in Ostdeutschland, was hohe Wohnungsleerstände nach sich zog, während im Westen die Bautätigkeit dem Bevölkerungszuwachs entsprach. Im Jahr 2050 wird es etwa doppelt so viele 60-Jährige wie Neugeborene geben. Daraus ergibt sich ein dramatischer demografischer Wandel, der alle Lebensbereiche betrifft.
Nach Einschätzung des Leibniz-Instituts für ökologische Raumentwicklung, Dresden, wird im Osten Deutschlands die Bevölkerung bis zum Jahr 2050 um ein Viertel bis ein Drittel zurückgehen, woraus eine geringere Nachfrage resultieren wird. In einem langfristigen Umbauprozess wird eine Halbierung der Wohnungszugänge und ein Rückbau nicht zeitgemäßer Wohnungen notwendig sein. In Westdeutschland ist noch bis zum Jahr 2020 mit einem Zuwachs von 1,8 bis 3 Millionen Haushalten zu rechnen. Der Wohnungsbau in Mehrfamilienhäusern wird diesen Bedarf nicht decken können, dagegen ist im Ein- und Zweifamilienhausbau mit Rückgängen zu rechnen. Ab 2030 wird auch in Westdeutschland der Wohnungsleerstand wachsen und einen ähnlichen Umbauprozess einleiten wie derzeit in Ostdeutschland.