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Der Askanierfürst Albrecht der Bär erhielt 1134 die Nordmark als Lehen. Um den Raum um das heutige Berlin zu entwickeln, holte er Menschen ins Land, das eigentlich nur aus Heide, Sumpf und Wald bestand. In diesem unwirtlichen Gebiet lebten bis dahin nur wenige friedliche Slawen. Zwei neue Siedlungen an der Spreefurt - Berlin und Coelln - wurden schnell wichtige Handels-, Rast- und Umschlagsplätze für die gen Osten strebenden Siedler, denen naturgemäß die Kaufleute folgten. Zollfreiheit und Niederlagsrecht sorgten für einen raschen Aufschwung.

Damals wie heute sorgten die Menschen in dieser Stadt für eine dynamische Entwicklung. Nur durch ständig neue Impulse war und ist das Leben in der Stadt des Bärs vorstellbar.

Anfang des 14. Jahrhunderts vereinigten sich Berlin und Coelln zur Doppelstadt. Auf der "Langen Brücke", die die beiden Städte verband, wurde ein gemeinsames Rathaus errichtet. Am Platz der heutigen Rathausbrücke tagte der gemeinsame Rat und lenkte die Geschicke der Stadt. Wie in der Gründungszeit muss die Stadt auch heute zusammenwachsen. Schon damals waren viele Probleme zu lösen. Nach dem Aussterben des Askaniergeschlechtes mitsamt allen Nachkommen Albrecht des Bären gab es in der Region allerhand Turbulenzen, wie der häufige Ärger mit adligen Raubrittern.

1334 musste eine Polizeistunde für die Wirtshäuser festgelegt werden. 1345 Durchführung des ersten Landtages der märkischen Städte und Rittergüter. 1359 wurde Berlin Mietglied der Hanse. 1376 und 1380 gab es verheerende Brände, die beide Städte fast zerstörten. 1415 ernannte König Sigismund den Hohenzollern Friedrich von Nürnberg zum Kurfürsten Brandenburgs, was in den folgenden fast 500 Jahren die Entwicklung Berlins maßgeblich beeinflusste. Das heutige Groß-Berlin wurde schließlich durch die Hohenzollern geprägt.

1486 wurde Berlin kurfürstliche Residenz und Anfang des 17. Jahrhunderts zählte die Stadt bereits 12.000 Einwohner. Nach dem Dreißigjährigen Krieg waren es allerdings nur noch knappe 6.000.

1701 avancierte Berlin zur königlichen Residenzstadt und 1740 bis 1786, unter Friedrich II., erlangte die preußische Hauptstadt gar europäische Geltung. Schon zu dieser Zeit wurde "Unter den Linden" flaniert und die Berliner labten sich an einem Getränk namens "Berliner Weiße".

1862 entwickelte der Stadtbaurat James Hobrecht ein langfristiges Konzept für die städtische Bebauung. Mit breiten Alleen, großflächiger Parzellierung, auflockernden Grünflächen sowie prächtigen Vorder- und bescheideneren Hinterhäusern sollte ein Zusammenleben von Arm und Reich in humanen Wohnverhältnissen erreicht werden. Sein Plan scheiterte, vielmehr förderte er die Bodenspekulation und führte zu enger und hoher Bebauung des teuren Baulandes.

Der industrielle Aufbruch unter Kaiser Wilhelm führte auch zum Abbruch. Ganze Straßenzüge wurden verändert, Stadttore und Wasserläufe wurden beseitigt, wertvolle Bauten wie der Schinkelsche Dom einfach abgerissen und durch Monumentalbauten ersetzt. Auch hier zeigte sich Architektur von Zeitgeist und Selbstverständnis.

1920 wurde Berlin mit umliegenden kleineren Städten, Landgemeinden und Gutsbezirken zur neuen Stadt-Gemeinde Groß-Berlin vereinigt und zählte bereits 3,9 Millionen Einwohner.

Nach 1945 begann die für Berlin charakteristische Verbindung von Aufbruch und Abbruch erneut. In den östlichen Stadtteilen setzte man dabei mehr auf Neugestaltung denn auf Wiederaufbau, wobei ein Großteil der historischen Bausubstanz sich selbst überlassen blieb und dem Verfall preisgegeben wurde.